Geburtsbericht

 


 

Es ist Sonntag der 13.12.2020 und heute ist der berechnete Geburtstermin. Also machte ich mich um 8 Uhr auf den Weg zur Vorsorge bzw. zum CTG schreiben ins Geburtshaus nach Taufkirchen. Dort wurde ich auch wehenfördernd von der lieben Marlene akupunktiert. Sie hat an den unangenehmsten Stellen, am kleinen Zeh und an der Hand, immer wieder etwas Umgerührt und da merkte ich bereits, dass mein Körper und Lukas darauf reagieren. Danach fuhr ich direkt nach Hause. Zuhause stieg ich vom Auto aus und merkte bereits einen Starken Druck nach unten. Im Laufe des Nachmittags ging es dann mit leichten regelmäßigen Wehen los, bei denen ich mir aber noch nicht sicher war, ob es jetzt tatsächlich Geburtswehen sind.

 

Um 17 Uhr fiel es mir bereits schwer, mich auf die kleine Eva zu konzentrieren und schickte sie mit Didi raus in den Stall. Gegen 19 Uhr waren die Wehen dann so stark und regelmäßig, dass ich die Eva L. anrief und fragte, wann ich jemanden für die kleine Eva brauche. Sie schickte mich in die Badewanne, um zu testen, ob die Wehen weiter anhalten und das taten sie. Das teilte ich natürlich Eva L. mit und rief Didis Mama an, dass sie Eva holen soll. Mir war bereits klar, dass es tatsächlich schneller gehen muss als geplant. Der eigentliche Plan war, dass meine Mama sie holt (wegen Julian Quarantäne). Didi zog daraufhin Eva wieder an und ging schon mal raus. Kaum war die kleine Eva sicher aufgehoben bei der Oma, wurden die Wehen prompt intensiver und ich ließ Didi den Pool aufbauen. Er meinte noch ob er nicht zuerst noch duschen gehen kann, weil er so fettige Haare hatte. 😉 Das wurde von mir verneint und kurz danach rief ich wieder bei Eva L. an, dass sie sich jetzt doch mal auf den Weg machen könnte. Ich musste die Wehen bereits weg atmen und in einer Wehenpause anrufen. Es dauerte nicht lange, da war sie auch schon da. Sie schaute direkt nach, wie weit die Gebärmutter schon geöffnet war – es waren bereits 5-6 cm. Dann ging sie raus ins Auto, holte ihren Hebammenkram und informierte auch direkt Marlene, dass sie sich ebenfalls auf den Weg machen kann. Währenddessen war Didi mit dem Poolaufbau beschäftigt. Zusätzlich sollte er noch eine Kanne starken Kaffee vorbereiten für den Damm, falls ich nicht im Pool gebären sollte. Er hatte richtig Stress, da er immer wieder noch andere Sachen bringen musste und das mit dem Wasserschlauch zum Einlassen des Pools nicht direkt funktionierte. Bis der Pool voll war, ertrug ich die Wehen auf der Couch und wollte mich auch nicht bewegen, um die Wehenpausen für eine kurze Entspannung auszunutzen. Bevor ich dann in den Pool stieg, ging ich nochmal zwischen 2 Wehen aufs Klo. Im Pool angekommen war ich überrascht wie gut das Wasser bei der ersten Wehe tat. Daraufhin legten die Wehen allerdings nochmal richtig los und wurden intensiver. Zwischendurch fragte ich, wie lange es denn noch dauert, darauf meinten Eva und Marlene, bis das Kind da ist. Sogar ich konnte noch lachen zwischen den Wehen. Wann Marlene eingetroffen ist, kann ich auch nicht mehr sagen. Didi war irgendwo in der Wohnung unterwegs, als es dann mit den Presswehen begann und ich ihn zur Unterstützung herzitierte. An der Rechten Hand konnte ich mich dann bei Didi festhalten und für die linke Hand stellte Eva mir ihre Hand zur Verfügung. Zunächst habe ich die Presswehen anscheinend noch weggeatment, keine Ahnung Warum. Evtl. auf Grund der schmerzhaften Erfahrung des Scheidenrisses bei der Geburt von Eva. Eva und Marlene ermutigten mich immer Wieder und irgendwann begann ich richtig zu pressen und merkte, wie der Kopf immer weiter ins Becken hineindrang und dann auch wie alles gedehnt wurde. Ich spreizte mich in den Pool und drückte die Hände von Didi und Eva. Ich hörte wenn möglich nicht mehr auf zum Pressen und in den Pausen fiel es mir schwer in den Bauch zu atmen. Nach einer weiteren Presswehe, als ich kurz luft holen wollte, hieß es, dass der Kopf schon da ist und ich fühlte seine weichen Haare. Nun wusste ich auch dass es nur noch eine Wehe entfernt war, bis ich unser kleines Wunder in den Händen halten durfte. Es war 23:06 als ich ihn selbst mit aus dem Wasser heben durfte. Er war am Anfang noch etwas blau angelaufen, bekam aber schnell eine schöne Farbe. Überwältigt vor Glück und mit Lukas im Arm warteten wir aber noch auf eine weitere Wehe, um die Plazenta ebenfalls noch aus meinem Körper herauszubekommen. Die Nabelschnur wollte Didi nicht durchtrennen, also durfte ich das machen. Nach einer kurzen ersten Kuschelzeit im Pool wurde Lukas noch von den Hebammen unter die Lupe genommen und alles Notwendige bewertet. Ich stieg daraufhin aus dem Wasser und ging mit Evas Hilfe ins Gästebett, in dem wir auch unsere erste Nacht zusammen verbrachten. Didi und ich bewunderten unser kleines Wunder während Marlene und Eva die Zettelwirtschaft erledigten und ihre Sachen wieder aufräumten. Zwischendurch kamen die Beiden auch nochmal um meinen Dammriss zu versorgen. Der Dammriss war übrigens bei weitem nicht so schlimm wie damals bei Eva der Scheidenriss. Irgendwann kam Eva mit der Plazenta und erklärte uns, wie sie in meinem Körper platziert war, was Verkalkungen sind und von welcher Seite unser kleiner Lukas versorgt wurde. Anschließend holte Didi Müllbeutel, in dem wir die Plazenta eingefroren haben. Als die Beiden ihre sieben Sachen verstaut hatten, kamen sie nochmal zu uns um uns zu gratulieren und wollten wissen, ob wir noch Fragen haben. Für uns war aber ziemlich alles klar und freuten uns auf die ersten Kuschelstunden in der restlichen Nacht. Als die Beiden dann weg waren, war es Didi dann noch ein großes Bedürfnis den Pool direkt zu leeren und noch zu duschen – wegen seiner fettigen Haare 😉. Als Eva gegangen ist, meinte sie noch, dass ich sowieso nicht schlafen könne. Was soll ich sagen, sie hatte recht. In der Nach habe ich vllt. 1 Stunden geschlafen und am Morgen nochmal zwei oder so. Und was auch fakt ist, man vergisst tatsächlich sehr schnell wieder.

 

Es ist wirklich alles super gelaufen. Didi war beschäftigt, ich war wirklich entspannt und musste nirgends hinfahren, Eva war superschnell versorgt und ich konnte entspannt (soweit das bei einer Geburt möglich ist^^) Lukas auf die Welt bringen. Die Beiden Hebammen waren super und würde ich nochmal ein Kind bekommen, würde ich wieder mit den Beiden bei uns zuhause gebären!! Eine schönere Ankunft im Leben gibt es wahrscheinlich nicht für so ein kleines Wunder! Ich war so glücklich darüber, direkt nach der Geburt, zuhause, in den eigenen vier Wänden und bei angenehm gedimmten Licht mit dem kleinen Lukas kuscheln zu dürfen.

 

Vielen herzlichen Dank dafür <3